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Kiara › Ratgeber für Eltern

Mein Kind mischt die Sprachen: muss ich mir Sorgen machen?

„Mama, gib mir den spoon.“ Einen Satz wie diesen hört fast jede zweisprachige Familie früher oder später, und er macht meist mehr Sorgen, als er verdient.

Sprachen zu mischen gehört zur zweisprachigen Entwicklung dazu. Es zeigt nicht, dass die Sprachen im Kopf durcheinandergeraten, sondern dass das Kind beide benutzt.

Warum Kinder Sprachen mischen

Ein Kind greift zu dem Wort, das ihm gerade am nächsten liegt. Wenn es den Löffel in der englischsprachigen Kita immer als „spoon“ bekommen hat, kommt dieses Wort zuerst.

Zweisprachige Erwachsene machen es genauso. Der Unterschied ist nur, dass Erwachsene schneller ein Ersatzwort finden, oder gar nicht erst suchen.

Verwirrung oder Können?

Die Forschung zur Zweisprachigkeit ist sich weitgehend einig: Kinder, die Sprachen mischen, setzen Wörter nicht wahllos zusammen. Das geliehene Wort landet meist dort, wo es in beiden Sätzen Sinn ergibt.

Viele Kinder wissen schon mit etwa zwei Jahren, mit wem sie welche Sprache sprechen. Der Oma, die kein Englisch versteht, sagen sie nicht „spoon“, sondern suchen ein anderes Wort oder zeigen darauf.

Wie Sie reagieren können

Nicht korrigieren und das Kind den Satz nicht wiederholen lassen. Einfach antworten und dabei das Wort in Ihrer Sprache verwenden: „Hier ist dein Löffel.“

So hört das Kind das fehlende Wort, und das Gespräch wird nicht zur Unterrichtsstunde.

Wann es sich lohnt, genauer hinzusehen

Mischen allein ist kein Grund zur Sorge. Ein Gespräch mit einer Logopädin lohnt sich, wenn das Kind in keiner der beiden Sprachen altersgemäß vorankommt, wenn es selbst zu Hause schwer verstanden wird oder wenn es plötzlich aufhört, eine Sprache zu sprechen, die es vorher benutzt hat.

Zweisprachigkeit verursacht keine Sprachentwicklungsverzögerung. Wenn es eine gibt, zeigt sie sich in beiden Sprachen, und dann hilft eine Fachperson, die mit mehrsprachigen Kindern arbeitet.

Was hilft, die Sprachen zu trennen

Klare Zuordnungen helfen: ein Elternteil, eine Sprache, oder zu Hause die eine und in der Kita die andere. Welches Modell, ist weniger wichtig, als dabei zu bleiben.

Auch genug Inhalte in der schwächeren Sprache helfen. Je mehr Wörter ein Kind kennt, desto seltener muss es sich welche aus der anderen Sprache leihen.

In Kiara zeigt das Memory jedes Wortpaar in beiden Sprachen nebeneinander, so sieht das Kind, dass dieselbe Sache zwei Namen hat.